Meine erste Woche Meditieren.

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Auf meinem Blog geht es um Melancholie. Allerdings waren 90% meiner Posts bisher immer ziemlich deprimierend. Melancholie heißt aber nicht sich schlecht zu fühlen. Dennoch zeigen viele dieser Posts meine Stimmungslage und die war bei den meisten Posts eher miserabel. Nicht, weil ich mich grundsätzlich immer schlechte fühle - auch wenn die Tendenzen dafür sehr viel höher sind als das Gegenteil und ich seit 25 Jahren an einer chronischen, eher depressiven Grundstimmung leide - sondern, weil ich so gut wie nie etwas schreibe, wenn es mir relativ gut geht oder meine Stimmung stabil ist. Warum? Weil mich das Schreiben in schlechteren Zeiten ein wenig therapiert. Aber ich möchte meine momentane stabile Stimmungslage als Anlass nutzen und etwas dazu schreiben, denn seit 1 Woche meditiere ich täglich und das beeinflusst ziemlich meine Stimmungslage.

In den letzten Wochen befand ich mich seit langer Zeit mal wieder an einem äußersten Tiefpunkt. So schlimm war es seit einigen Jahren nicht mehr. Irgendwie schaffte ich es wieder heraus, allerdings blieb die tickende Zeitbombe. Ich fühlte mich allmählich besser, aber jeder Zeit könnte es wieder umspringen. Momentan befinde ich mich in einem eher stabilen Zustand.. denke ich zumindest. Eine Hilfe war und ist dabei die Meditation. Ich investiere täglich ein paar Minuten für eine geführte Meditation. Geführt, weil ich es besser finde, gewisse Worte von einer anderen Person, statt von mir selbst zu hören. Ich nehme mir bewusst Zeit, für paar Minuten all meine Aufmerksamkeit nur auf mein Inneres und meinen Körper zu legen - völlig wertfrei. Die ersten 2 Tage waren noch schwieriger und ablenkende Gedanken waren häufiger vorhanden. Das ist auch ganz normal und wird immer wieder passieren, aber von Tag zu Tag wurde ich konzentrierter und ruhiger. Ich war ganz bei mir und habe meine innere Mitte ein wenig mehr gestärkt. Ich spüre mich wieder selbst.

Um erst mal mit Vorurteilen aufzuräumen: Meditieren ist nichts Übernatürliches oder so. Es läuft denke ich mal in die Schiene der Spiritualität, aber dennoch nichts, was irgendwie "komisch" ist. Meditieren dient nur als Werkzeug und ich selbst glaube auch nicht Shakren oder so etwas. Man kann dieses Werkzeug verschieden einsetzen. Ich fokussiere mich auf einen Punkt (Meinen Körper, mein Atem oder meine Umgebung vor meinem inneren Auge) und wenn ich merke, dass mich Gedanken ablenken, dann führe ich meine Aufmerksamkeit wieder sanft auf meinen Punkt zurück. Mehr ist es gar nicht.


Ich glaube, dass diese Positivität, die durch das Meditieren kommt, nicht nur allein davon abhängt, dass man sich selbst tatsächlich wieder selber spürt. Natürlich verändert sich das Körper- und Gedankengefühl durch über das Meditieren nicht durch ein Wunder. Dieses "Selbst-spüren" sind alles Prozesse, die sich im Kopf abspielen. Es ist Kopftraining und in jedem Moment, in dem Gedanken mich ablenken und ich meine Aufmerksamkeit wieder sanft auf meinen Fokus lege, werde ich stärker.

Es ist immer leichter, sich schlecht zu fühlen und sich zu kritisieren etc. Wenn man dem dann entgegen wirken will und sich zuredet, sich sagt "du bist klasse", dann stellt sich das Gefühl dafür viel schwerer ein, als wenn man sich sagt "du bist kacke". Zumindest ist das bei mir so. Bei mir funktionieren diese positiven Dinge nicht. Durch die Meditation allerdings schon. Ich muss nur am Ball bleiben und mir täglich 5min Zeit für mich nehmen. Irgendwann stellt sich dann das Gefühl auch ein, da bin ich mir sicher. Die meisten Menschen sind so unter Strom, dass sie ständig sagen "Ich habe keine Zeit für Ruhe." Das stimmt nicht. 5min kann jeder Mensch täglich in sich investieren und diese 5min reichen schon aus, um sich besser zu fühlen und seine Gedankengänge grundlegend zu ändern.

Mein persönliches Ziel mit Meditation:
Ich verspreche mir von der täglichen Meditation meine Gedanken irgendwann endlich steuern zu können. Bewusst die Gedanken und vor allem mich selbst nicht mehr all zu sehr zu bewerten. Am meisten macht es mir zu schaffen, dass ich Gedanken, die mich hindern meinen Alltag zu beschreiten, nicht ausblenden und meinen Fokus auf Wesentliches lenken kann. Ich erhoffe mir, dass mir das mit der Meditation gelingt.
Es gibt immer Tage, die nicht gut laufen. Allerdings möchte ich ganze Wochen, die so verlaufen, mit der Meditation verhindern. Ich rede hier nicht über Dinge, die passieren, sondern von Wochen, die schlecht sind, weil meine Psyche wieder durchdreht und ich alles schwarz male. Ich möchte positiver und rationaler werden. Ich möchte selbst entscheiden und steuern, worüber ich nachdenke und worüber ich nicht nachdenke. Ich möchte die Kontrolle über mich selbst erlangen. Ich möchte mehr im Hier & Jetzt leben und beispielsweise nicht im Urlaub am ersten Tag schon traurig an die Abreise denken. Ich bin ein sehr temperamentvoller und unausgeglichener Mensch. Daher bekomme ich auch öfter einen unruhigen Magen und werde nervös. Ich möchte nicht sofort ausrasten und laut werden, wenn mir etwas nicht passt. 

Fazit der ersten Woche:

Aggressionen, Hektik und Stress anderer Menschen oder Umgebungen nehme ich selbst an. Wenn Trubel in der Stadt ist, dann werde ich automatisch selbst hektisch. Ich habe das Gefühl, dass mich das gerade völlig kalt lässt. Ich könnte mich auf eine stark befahrene Autobahn setzen und wäre innerlich entspannt. Von Tag zu Tag spüre ich mich mehr, erkenne meine Stärken und bin nicht so leicht aus der Fassung zu bekommen. Meine kritische Innere Stimme, die meine Gefühle und Handlungen jeden Tag in Frage stellt und mir oft sagt "du hast es nicht besser verdient" ist momentan eher leise und meine Weisheiten sind im Fokus. Meine rationalen Ziele beachte ich mehr und die Vernunft begleitet mich. Ich erkenne meine Fortschritte und kann mir öfter auf die Schulter klopfen. Ich bin motiviert und erreiche täglich Kleinigkeiten, die ich sogar wahrnehme. Ich erkenne viele schöne Dinge momentan viel intensiver. Ich atme morgens, wenn ich aus dem Haus gehe die morgendliche Luft ein und erfreue mich sogar daran.
Ich freue mich jeden Tag auf das Meditieren - ein Moment, an dem für mich die Zeit still steht, ich mich in mir selbst verliere und tatsächlich Eins mit mir bin. Ein tolles Gefühl!

Bewegungsdrang

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Seit Wochen befinde ich mich im Stillstand, klammere mich an Dinge, weil sie Gewohnheit sind und dadurch Pseudosicherheit geben, statt neue Wege zu gehen. Was für eine Sicherheit eigentlich? Gibt eine Depression Sicherheit? Nein!
Irgendwie schaffe ich es dann nach Wochen doch von selbst wieder hinaus aber befreit war ich noch nie. Ich würde gern sagen können, dass ich ein positives Grundgefühl habe, aber schon als Kind spürte ich diese negative Grundstimmung in mir. Es fühlte sich immer an, als wäre etwas nicht in Ordnung. Es musste dabei gar nicht direkt um mich gehen. Zu beschreiben ist diese negative und deprimierende Grundstimmung so, als wäre es ein schwarzer Schleier, der sich um meine Seele legt - seit 25 Jahren.

Nichtsdestotrotz geht es gerade wieder Berg auf und das nur, weil ich wieder in Bewegung bin. Und Disarstar findet in 2 Tracks die passenden Worte für meine Lage:







Was zählt ist Bewegungsdrang
Immer weiter geradeaus, solang ich gehen kann
Schritt für Schritt voran, immer geradeaus
Ey, du darfst den Mut nicht verlieren
Nur solange man versucht und riskiert, kann was Gutes passieren
Und die Angst ist ein schlechter Berater, wenn's um Leben geht
Denn sie steht im Weg, ja, von nix kommt nix
Und der Tod ist das Einzige, was sicher ist
Also nix zu verlieren, nix außer Zeit
Alles ändert sich, solange man in Bewegung bleibt

Auszug aus: Disarstar - Bewegungsdrang

Du musst fragen und herausfinden, wofür du lebst
Viele Bücher lesen und bereit sein, wenn ne Tür aufgeht
Immer versuchen nur das Beste aus dir selbst zu machen
Der schwere Kopf gehört zu dir
Nein, er ist nicht aus der Welt zu schaffen
Doch du kannst lernen damit umzugehen
Dich nicht umzudrehen
Wenn Vergangenheit ruft, nicht nach unten sehen
Und die Balance halten, Contenance bewahren
Manchmal musst du Atlas sein und auf deinen Schultern Tonnen tragen
Schweren Herzens baden gehen
Im Stillen Tage zählen
Manchmal kann man Resultate erst nach ein paar Jahren sehen
Nur immer gerade stehen und dich nicht verbiegen für ne Welt
die denen, die das wollen, auch auf Knien nicht gefällt
Finde Liebe für dich selbst
Denn nur dann kannst du sie weitergeben

Auszug aus Disarstar - per aspera ad astra


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